Sommersemester 2026 – Stabat Mater

Rückblick Konzerte

Mit Antonín Dvořáks Stabat Mater brachte der UniversitätsChor München im Sommer 2026 eines der bedeutendsten geistlichen Chorwerke des 19. Jahrhunderts und auch das erste geistliche Werk des Komponisten auf gleich zwei verschiedene Bühnen. Neben den üblichen Semesterabschlusskonzerten in der großen Aula der LMU war der Chor auch im Rahmen des Musikfests ION in St. Sebald in Nürnberg zu hören.

Stabat Mater beruht auf einem mittelalterlichen Gedicht mit ungeklärter Autorenschaft. „Es stand die Mutter schmerzerfüllt“ beschreibt die Gottesmutter Maria, die an Jesu Kreuz steht. Das Werk für Soli, Chor und Orchester entstand in den Jahren 1876/77 unter dem Eindruck schwerer persönlicher Verluste des Komponisten. Dvořák hatte innerhalb kurzer Zeit alle seine Kinder verloren: zunächst die neugeborene Josefa, kurz darauf auch die beiden älteren Ružena und Otakar. Den unerträglichen Schmerz vom Verlust eines Kindes konnte er nachvollziehen wodurch der Stabat Mater-Stoff für ihn eine existenzielle, zutiefst persönliche Dimension erhielt, welche deutlich zu spüren ist.

Dvořáks Vertonung verbindet innige Klage mit Trost und dramatischer Steigerung. Mitgefühl, Trauer und Schmerz prägen die ersten Teile des Werkes; erst im Schluss entfaltet sich eine machtvolle Perspektive von Hoffnung auf die Auferstehung und das ewige Leben. So spannt Dvořák einen Bogen von Leid zu Zuversicht, ohne dabei den schmerzvollen Verlust zu romantisieren oder zu verklären.


Kommende Events

DatumOrtProgramm
Sonntag, 14.03.2027Große Aula, LMU MünchenSemester­abschluss­konzert: Matthäus-Passion (J. S. Bach)
Montag, 15.03.2027Große Aula, LMU MünchenSemester­abschluss­konzert: Matthäus-Passion (J. S. Bach)