Tobias Stork – Ein Nachruf
1975 – 2026
Tobias Stork wurde 1975 in München geboren und erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von sechs Jahren. Schon mit 15 Jahren wurde er an der Hochschule für Musik und Theater München in die Klavierklasse von Prof. Gerhard Oppitz aufgenommen, zunächst als Jungstudent und 1996 schließlich als Vollstudent. Seine Diplomprüfung legte er im Juni 2000 mit höchster Auszeichnung (Note 1,0) ab. Von 2000 bis 2002 ergänzte er seine Studien bei Ricardo Castro am Konservatorium Fribourg (Schweiz). Das Meisterklassendiplom an der Hochschule für Musik und Theater München erhielt er im Jahr 2004. An der Ludwig-Maximilians-Universität München verfolgte Tobias Stork – parallel zu seinem Musikerdasein – ein Mathematikstudium, welches er mit dem Diplom abschloss.
Zuletzt war er Referatsleiter für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (Gymnasium) am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München, pflegte jedoch weiterhin eine rege pianistische Konzerttätigkeit.
Den UniversitätsChor München begleitete Tobias Stork 28 Jahre lang. In dieser Zeit unterstützte er als Korrepetitor die Chorleitungen Dr. Hans Rudolf Zöbeley, Johannes Kleinjung und bis zuletzt Anna Verena Egger mit äußerster Verlässlichkeit und auf einzigartig loyale, musikalisch vorausschauende und der chorischen Arbeit dienende Weise. Dabei fühlte er sich über das übliche Maß hinausgehend für das musikalische Ergebnis verantwortlich. Eine besondere Freude war es, gemeinsam mit Tobias Stork zu konzertieren und ihn als brillanten, hochprofessionellen Konzertpianisten zu erleben, der die Chorprogramme durch sorgfältig abgestimmte Klavierliteratur bereicherte.
Abseits der musikalischen Arbeit engagierte er sich unermüdlich in den verschiedensten Bereichen des Chorlebens, z. B. in der Organisation mehrerer Konzertreisen, der Pflege des Probeninstruments sowie der Förderung der Chorgemeinschaft durch verschiedene Veranstaltungsformate. Auch in vielen anderen organisatorischen Bereichen und beim Lösen scheinbar unlösbarer Probleme brachte er seine herausragenden Fähigkeiten ehrenamtlich und mit Herz ein.
Noch drei Wochen vor seinem Tod begeisterte Tobias Stork Publikum und Chormitglieder im gemeinsamen Semesterkonzert „Memento!“ mit seinen Interpretationen von Fanny Hensels „März“ sowie Liszts virtuoser Bearbeitung des „Erlkönigs“ von Franz Schubert. Niemals hätten wir gedacht, dass dies sein letzter Auftritt sein würde.
Lieber Tobi, du bist viel zu plötzlich von uns gegangen. Wir verlieren mit dir nicht nur einen großartigen und geduldigen Korrepetitor, sondern auch einen wohlwollenden Berater und vor allem einen Freund und Unterstützer in allen Lebenslagen. Dein messerscharfer Verstand und deine große Bescheidenheit haben uns immer fasziniert und bleiben uns ein Vorbild. Maßgeblich geprägt hat uns auch deine offene, verbindende, großzügige und vor allem lebensbejahende Art. Spürbar war diese zum Beispiel, wenn einer deiner lockeren Sprüche uns in stressigen Situationen wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte. Du hattest die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen und den UniChor zu dem zu machen, was er ist: ein Ort, an dem Menschen nicht nur miteinander musizieren können, sondern auch Freunde fürs Leben finden. Du hast uns vorgelebt, was es heißt, Teil einer Musikfamilie zu sein, und dafür sind wir dir sehr dankbar. Du warst unser größter Fan – jedes Konzert hast du besucht, selbst wenn du nicht auf der Bühne standest.
„Ein Tobi ohne den UniChor ist kaum denkbar, aber ein UniChor ohne Tobi ist nicht vorstellbar.“
Dankbar schauen wir auf die vielen Jahre zurück, die wir mit dir verbringen und musizieren durften. Dein Platz am Flügel wird nun vorerst leer bleiben, doch vergessen werden wir dich nie. Danke für alles! Du wirst immer ein Teil unserer UniChor-Familie bleiben.




Sommersemester 2026 – Stabat Mater
Konzerte:
Samstag, 18.07.2026 – 19:00 Uhr – Große Aula der LMU München
Montag, 20.07.2026 – 19:00 Uhr – Große Aula der LMU München
Mit Antonín Dvořáks Stabat Mater bringt der UniversitätsChor München im Sommer 2026 eines der bedeutendsten geistlichen Chorwerke des 19. Jahrhunderts und auch das erste geistliche Werk des Komponisten auf gleich zwei verschiedene Bühnen. Neben den üblichen Semesterabschlusskonzerten in der großen Aula der LMU wird der Chor auch im Rahmen des Musikfests ION in St. Sebald in Nürnberg zu hören sein.
Stabat Mater beruht auf einem mittelalterlichen Gedicht mit ungeklärter Autorenschaft. „Es stand die Mutter schmerzerfüllt“ beschreibt die Gottesmutter Maria, die an Jesu Kreuz steht. Das Werk für Soli, Chor und Orchester entstand in den Jahren 1876/77 unter dem Eindruck schwerer persönlicher Verluste des Komponisten. Dvořák hatte innerhalb kurzer Zeit alle seine Kinder verloren: zunächst die neugeborene Josefa, kurz darauf auch die beiden älteren Ružena und Otakar. Den unerträglichen Schmerz vom Verlust eines Kindes konnte er nachvollziehen wodurch der Stabat Mater-Stoff für ihn eine existenzielle, zutiefst persönliche Dimension erhielt, welche deutlich zu spüren ist.
Dvořáks Vertonung verbindet innige Klage mit Trost und dramatischer Steigerung. Mitgefühl, Trauer und Schmerz prägen die ersten Teile des Werkes; erst im Schluss entfaltet sich eine machtvolle Perspektive von Hoffnung auf die Auferstehung und das ewige Leben. So spannt Dvořák einen Bogen von Leid zu Zuversicht, ohne dabei den schmerzvollen Verlust zu romantisieren oder zu verklären.
Kommende Events
| Datum | Ort | Programm |
| Sonntag, 10.05.2026 11:15 Uhr | Evangelische Universitätskirche St. Markus, München | Universitätsgottesdienst “Wunder der Wissenschaft” |
| Freitag, 03.07.2026 20 Uhr | St. Sebald, Nürnberg | 75. Musikfest ION, UniversitätsChor München & Staatsphilharmonie Nürnberg: Stabat Mater (Antonín Dvořák) |
| Samstag, 18.07.2026 19:00 Uhr (Ende: 20:45 Uhr) | Große Aula, LMU München | Semesterabschlusskonzert: Stabat Mater (Antonín Dvořák) |
| Montag, 20.07.2026 19:00 Uhr (Ende: 20:45 Uhr) | Große Aula, LMU München | Semesterabschlusskonzert: Stabat Mater (Antonín Dvořák) |

